Inhalt


1. Vorwort des Trägers 3

2. Organisation und Träger 4

3. Integration
3.1 Definition 4
3.2 Zielsetzung 4
3.3 Pädagogische Grundsätze 4/5

4. Basiskompetenzen
4.1 Personale Kompetenz 6
4.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext 6
4.3 Lernmethodische Kompetenz 6
4.4 Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen 7

5. Förderbereiche
5.1 Sozialerziehung 7
5.2 Bewegungserziehung 8
5.3 Gesundheitserziehung und Erziehung zur Selbstständigkeit 9
5.4 Wahrnehmungs- und Sinnesbildung 10
5.5 Kreativität und Fantasie 12
5.6 Musikalische Früherziehung 13
5.7 Spracherziehung 13
5.8 Schulvorbereitung 13
5.9 Berücksichtigung der Kinder unter 3 Jahren 14

6. Inhalte und Methoden 14

7. Bildungsbereiche Bayerischer Erziehungs- und Bildungsplan 15
7.1. Sprache, Schrift und Kommunikation 15
7.2. Personale und soziale Entwicklung, Werteerziehung/ Religiöse Bildung 15
7.3. Mathematik, Naturwissenschaft, ( Information-)Technik 15
7.4. Musische Bildung/ Umgang mit Medien 15
7.5. Körper, Bewegung, Gesundheit 15
7.6. Natur und kulturelle Umwelten 16

8.Projektdarstellung
8.1 Thema des Projekts 16
8.2 Hauptziel des Projekts 16
8.3 Durchführung des Projekts 16
8.4 Themenbezogene Schwerpunkte des Projekts 17
8.5 Themenübergreifende Perspektiven 19
8.6 Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb des Projekts 20
8.7 Dokumentation und Reflektion des Projekts 20

9. Fachdienst 21

10. Elternarbeit 21

11. Beobachtung und Dokumentation 22

12. Qualitätssicherung 22

13. Öffentlichkeitsarbeit 22

Integrativer Kinderclub e.V.
FEUERSTEIN 4
91320 EBERMANNSTADT
TELEFON 09194/5492

1. Vorwort des Trägers

Liebe Eltern, auf der Suche nach einem geeigneten Kindergartenplatz für Ihr Kind, interessie-ren Sie sich auch für unsere Einrichtung. Darüber freuen wir uns sehr. Unser Kindergarten wurde 1995 durch eine private Elterninitiative gegründet und war die erste integrative Einrichtung im Landkreis Forchheim. Schon immer konnten sich bei uns behinderte und nicht behinderte Kinder kennen lernen, Freundschaften schließen und miteinander und voneinander lernen. Noch immer steht unsere Einrichtung unter privater Trägerschaft und erhält durch das hohe Engagement unserer MitarbeiterInnen eine sehr familiäre Ausstrahlung. Seit 2005 sind wir auf dem Feuerstein in einem großzügigen Umfeld mitten in der Na-tur gut eingebunden. In unserer eingruppigen Einrichtung können wir bis zu 18 Kinder aufnehmen und in ihrer Entwicklung unterstützend begleiten. In unserem Kindergarten erleben Ihre Kinder ohne Ausgrenzung ihren Alltag und werden mit all ihren Stärken und Schwächen angenommen wie sie sind. Durch zusätzliche Fach- und Förderkräfte werden Ihre Kinder und unser Team kompetent verstärkt und unterstützt. Die Konzeption unserer Einrichtung gibt Ihnen einen genauen Einblick in unsere Arbeit mit Ihrem Kind. Hier erfahren Sie vieles über die Ziele und Wertvorstellun-gen, die wir gemeinsam mit Ihrem Kind erarbeiten. Unsere Konzeption lehnt sich eng an den Bildungs- und Erziehungsplan für Kindertagesstätten an und erleich-tert Ihnen so den Überblick über die Bildungsbereiche und deren Ziele. Ich möchte Sie herzlich einladen, unseren Kindergarten zu besuchen und sich einen Eindruck der praktischen Arbeit mitzunehmen. Gerne beantworten unsere MitarbeiterInnen auch alle Ihre Fragen. Bitte melden Sie sich vorher telefonisch an. Nun wünsche ich Ihnen interessante Einblicke in unsere Arbeit mit Ihren Kindern und eine gute Entscheidung bei der - für Ihr Kind - passenden Einrichtung. Mit freundlichen Grüßen Elisabeth Eberle Vorstandsvorsitzende: Elisabeth Eberle - Debert 55 - 91320 Ebermannstadt - Telefon 09194-76941 Bankverbindung: Sparkasse Forchheim; Konto: 806 69 04; BLZ: 763 510 40

2. Organisation und Träger


Der Integrative Kindergarten wird von zwei Erzieherinnen (38,5 und 32 Wochenstun-den), einer Kinderpflegerin (33,5 Wochenstunden) und einem Kinderpfleger (23 Wo-chenstunden) geführt. Eine Erzieherin ist mit der Leitung beauftragt.
Der Kindergarten ist ein eingruppiger Kindergarten, die Gruppenstärke beschränkt sich auf 15-18 Kinder im Alter von 2-6 Jahren, davon können 3-5 behinderte Kinder bzw. von Behinderung bedrohte Kinder (nach § 53 SGB XII) aufgenommen werden.
Der Träger des Kindergartens ist der Verein "Integrativer Kinderclub e.V.", Feuerstein 4, 91320 Ebermannstadt.
Die Öffnungszeiten des Kindergartens sind Montag - Donnerstag von 7.30 Uhr - 15 Uhr, Freitag von 7.30 Uhr - 13.00 Uhr.
AV Bay.KiBiG §16

3. Integration

3.1 Definition


Unter Integration im Kindergarten verstehen wir grundsätzlich das Zusammenleben un-terschiedlichster Kinder, d.h. ohne Ansehen von Geschlecht und Nationalität und ohne Ansehen irgendwelcher stigmatisierender Leistungsprinzipien oder anderer aus der Norm fallender Schwierigkeiten und Fähigkeiten. 3.2 Zielsetzung
Ziel ist, dass alle Kinder in einer alters- und geschlechtsgemischten Gruppe im Vor-schulbereich gemeinsam aufwachsen können.
Die Kinder sollen sich zu beziehungsfähigen, schöpferischen und wertorientierten Men-schen entfalten können.
Es gelten gleiche Erziehungsziele für alle Kinder wie Erziehung zu kooperativem Ver-halten, Hilfsbereitschaft und Solidarität, Kritikfähigkeit, gegenseitige Toleranz, Selbstän-digkeit und Durchsetzungsvermögen.
Im Vordergrund steht eine gemeinsame Förderung aller Kinder unter Berücksichtigung ihrer individuellen Vorraussetzungen. Geistige und körperliche Fähigkeiten sollen glei-chermaßen gefördert werden.
Jedes Kind erfährt entsprechend seinen Fähigkeiten in allen Entwicklungsbereichen eine spezifische Förderung und lernt, sich an der Umwelt zu orientieren und sie zu be-wältigen.
Durch die bewusste Wohnortnähe lernen und spielen behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen, so dass die Behinderung zweitrangig wird.
Insbesondere schreiten die behinderten Kinder in ihrer Selbständigkeit so weit fort, dass sie Hilfe dort akzeptieren, wo sie nötig ist, sie aber ablehnen, wo sie entmündigend ist.
Daraus ergibt sich unser besonderes Ziel - die Integration behinderter und nicht behin-derter Kinder.
AV Bay. KiBiG §1-5

3.3 Pädagogische Grundsätze


Der Kindergarten gibt Anregungen in vielen Lebensbereichen und vermittelt Erfahrun-gen mit anderen Kindern und verschiedenen Materialien. Selbständigkeit, um selbst tätig sein zu können, sowie die freie Entfaltung schöpferischer Aufgaben werden geför-dert.
Im Mittelpunkt stehen die Kinder mit ihren momentanen Bedürfnissen, Ängsten und Wünschen, die Spielangebote orientieren sich daran.
Der Kindergarten wird weder autoritär noch leistungsorientiert, sondern am Kind orien-tiert geführt.
Die Kinder brauchen zum Gefühl der Geborgenheit und Vertrautheit eine gewisse Ord-nung, die sie im Zusammenspiel mit dem Erwachsenen selbst finden, einhalten und verändern lernen.
Die Kinder lernen durch eigene Erfahrungen ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen.
Die freie Entfaltung eines jeden Kindes wird begrenzt durch das gleiche Recht des an-deren.
Weltanschauliche und religiöse Fragen der Kinder werden nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Die Überzeugung innerhalb der Familie wird respektiert.
Es können religiöse Themen und Lernangebote in die Arbeit einfließen.
Kirchliche Feste wie St. Martin, Weihnachten ... werden mit den Kindern gefeiert.
Integrative Pädagogik versteht sich immer als ganzheitliches Konzept.
Sie geht vom Miteinander ganz unterschiedlicher Kinder aus und akzeptiert Ungleich-heiten bezüglich Entwicklungsstand und Fähigkeiten als selbstverständliche Verschie-denheit und als individuelle kindliche Entwicklungsmerkmale.
Ganzheitliche Förderung in der integrativen Erziehung beachtet nicht isoliert eine ein-zelne kindliche Fähigkeit oder eine bestimmte Schwierigkeit, die ein Kind in einem Ent-wicklungsbereich und bei seinem Handeln haben kann.
Sie unterstützt stets das ganze Kind. Jedes Kind wird mit seinem Anders-Sein ange-nommen und in gemeinsame Situationen eingebunden.
Die gemeinsame Erziehung von nicht behinderten und behinderten Kindern bedeutet eine Erweiterung des situationsbedingten Ansatzes mit dem Anspruch, den Kindern Raum für individuelle Lernfortschritte zu verschaffen. Der Besuch einer integrativen Gruppe erlaubt den Kindern, gemeinsam und voneinander zu lernen. Es bietet sich ein Fördermodell an, in dem Kinder sich in ihrer Entwicklung unterstützen.
Die Kinder sind sich gegenseitig ein Entwicklungsanreiz, fordern zur Entwicklung heraus und ermutigen bzw. bestätigen sich gegenseitig.
Das Vorbild anderer Kinder kann, gerade wenn Kinder Einschränkungen im sozialen Miteinander, in ihrer Wahrnehmung oder den geistigen Fähigkeiten erleben, Anregung sein, neue Verhaltensweisen oder Lernbereitschaften aufzunehmen. Anders gesehen führen uns behinderte Kinder vor Augen, wie lebenswert und erfüllt jedes Leben sein kann; damit relativiert sich manche Vorstellung darüber, was das Glück eines Lebens bedingt.
Gruppenraum mit Blick in den Bewegungsraum

4. Basiskompetenzen

4.1 Personale Kompetenzen


Durch die individuellen Aktivitäten können die Kinder kleine Erfolge für sich verbuchen, die so das Selbstwertgefühl steigern und so wiederum zu neuen kleinen Lernerfolge führen können. Die Kinder erhalten durch die Erzieher aber auch durch die Gruppe ein positives Feedback und fühlen sich so angenommen und wohl in der Gruppe.

4.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext


Da die Kinder nicht nur in einer geschlechts- und altersgemischten Gruppe aufwachsen, sondern auch noch behinderte Kinder kennen lernen, haben sie die Möglichkeit die Fä-higkeit zu entwickeln, sich in andere Menschen und ihre Bedürfnisse hineinzuversetzen. Sie lernen zum einen mit "Gleichaltrigen" zu Recht zu kommen, haben aber auf der an-deren Seite auch die pädagogischen Fachkräfte, die viel älter sind und manchmal an-dere Meinungen vertreten.
Die Kinder lernen also, wie man seinen eigenen Willen durchsetzen kann, aber auch, dass man in einer sozialen Gruppe auf Kompromisse eingehen muss oder sogar ganz verzichten muss.
Sie lernen auch mit unbeliebten Personen verbal auszukommen und diese Konflikte nicht mit Gewalt zu lösen. Unbeteiligte Kinder können hier lernen, wie man welt- und wertoffen als Mediator eingreifen kann. Dadurch entwickeln die Kinder ein Wir-Gefühl und erleben so eine Stärkung der Gruppe und erkennen dass sie verantwortungsbe-wusst handeln müssen, da sie sonst den anderen mit ihrem Verhalten verletzen könn-ten. Sie erfahren, dass gemeinsam gefundene Regeln eingehalten werden müssen, denn sonst klappt das Zusammenleben nicht. Die Kinder spüren aber, dass jede Mei-nung zählt und werden so auch auf ein Leben in der demokratischen Welt vorbereitet, nicht der Gewalttätige gewinnt, sondern der, der alle Gruppenmitglieder verbinden kann.
Die Kinder sollen aber nicht nur eine Sensibilität den Mitmenschen gegenüber entwi-ckeln, sondern auch den anderen Lebewesen und der Natur.

4.3 Lernmethodische Kompetenz


In unserer immer stärker werdenden reizüberfluteten Welt müssen die Kinder den richti-gen Umgang mit den Medien lernen. Es ist wichtig, dass die Kinder wissen wie man sich die richtigen Informationen beschaffen kann. Neben der Aufbereitung ist es aber auch notwendig zu wissen, wie man das gelernte Wissen nun auch auf neue Situationen an-wendet.
Die pädagogische Fachkraft hat somit die Aufgabe den Kindern bewusst zu machen, dass es verschieden Lernwege gibt, die richtig geplant werden müssen. Es kann aber auch sein, dass man Fehler macht und so muss man auch lernen mit dieser Niederlage fertig zu werden und den Mut zu haben sie zu korrigieren. Gerade diese Kompetenz ist für das spätere Schulleben sehr wichtig. Natürlich sollte sich der Lernschwerpunkt im-mer am Sitz des Lebens des Kindes orientieren, denn nur dann wird es auch erfolgreich sein und dies wiederum kann motivierend wirken. Durch die verschiedenen Begabun-gen und Interessen innerhalb der Gruppe kann das einzelne Kind wieder profitieren. Es lernt neues Wissen kennen und kann die Informationen für sich nutzen, wenn es will. Durch diesen Austausch bleibt das Kind aber offen Neuem gegenüber und lehnt es nicht nur deshalb ab, weil es fremdartig ist.

4.4 Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen


Je nach Lagerung des Problems kommt es darauf an, ob das Kind in der Lage ist, es selbst zu lösen. Dem Kind kann der vorhandene Wir-Gedanke der Gruppe helfen. Es weiß hier ist jemand der einen mag und man ist nicht alleine. Durch das eigene Selbst-wertgefühl kann das Kind lernen kleinere Krisen selbst zu bewältigen, aber es weiß auch, dass es sich bei Problemen an andere wenden kann, die dann helfen können das Problem gemeinsam zu lösen. Es kann hier aber auch die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Elternhaus wichtig werden.
Die Gruppenmitglieder können aber auch von der Situation profitieren, indem sie erken-nen es geht einem nicht so gut und dies zum einen akzeptieren aber zum anderen auch Hilfestellungen anbieten, d.h. ihr Wissen auf diese neue Situation anwenden.
Es kann natürlich auch so sein, dass diese Belastung für alle neu ist, dann wiederum kann die ganze Gruppe hier hingeführt werden und es wird auf diese Weise versucht Hilfestellungen zu bieten. Das einzelne Kind hat dann nicht das Gefühl alleine dazuste-hen und die anderen Kinder werden so sensibilisiert. Die neu gefundenen Problemlö-sestrategien stehen dann wieder jedem zur Verfügung und die Kinder lernen neue Stra-tegien für ähnliche Situationen kennen. Das betroffene Kind hat aber nun gesehen, dass es ernst genommen wurde.
§2 AV Bay.KiBiG

5. Förderbereiche


Folgende Förderbereiche haben in unserer Einrichtung eine Vorrangstellung:

5.1 Sozialerziehung


Es gilt eine Vorrangstellung des sozialen Lernens.
Den anderen Menschen annehmen, so wie er ist, gebietet die Achtung, die ich mir selbst entgegenbringe und ist ein Stück Friedenserziehung.
Eine solche Haltung zeigt dem Kind, dass es sich mit all seinen Stärken und Schwächen annehmen kann und trägt somit zu einem gesunden Selbstwertgefühl bei. Das wieder-um verhilft zu einer realistischen, nicht wertenden Selbsteinschätzung und gibt Vertrau-en in die individuellen Fähigkeiten.
Durch die ständige Begegnung mit Situationen, in denen Hilfe und Unterstützung nötig ist, erleben die Kinder den anderen mit seinen Eigenarten. Sie können Helfen als sozial anerkanntes Verhalten erleben.
Manche Spiele und Aktivitäten erfordern solidarisches Handeln, um sie gemeinsam durchführen zu können. Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft werden so zur sozi-alen Herausforderung und entwickeln sich allmählich zum Bestandteil gemeinsamer Lernerfahrungen.
Rollenspiele aller Art werden deshalb besonders gefördert und unterstützt.
So geht es wesentlich darum, "
zu lernen, dass es normal ist, " verschieden" zu sein "
die gegenseitige Akzeptanz zwischen Behinderten und Nichtbehinderten zu er-höhen "
die soziale Distanz nicht aufkommen zu lassen bzw. abzubauen "
das Anderssein des Anderen wahrzunehmen und zu akzeptieren "
die Fähigkeit zu erwerben, Kontakte zu Kindern und Erwachsenen aufzunehmen und Freundschaften zu schließen "
eigene Bedürfnisse zu erkennen und zu äußern "
Bedürfnisse anderer zu respektieren "
fähig werden, Konflikte zu lösen "
Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe zu entwickeln
Es ist vorgesehen, in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus der Burg Feuerstein ge-meinsame Aktionen zu planen und durchzuführen. Dies entspricht auch dem neuen in-tegrativen Konzept der Burg (Burgfeste, Laternenumzug)

5.2 Bewegungserziehung


Bewegung ist für die kindliche Entwicklung unverzichtbar und ein grundlegendes Mittel zum gefühlsmäßigen Erleben, zur Verständigung, Einordnung des Einzelnen in die Ge-meinschaft und Erkenntnisgewinnung.
Bewegung soll so in den Tagesablauf integriert werden, dass Lernen und Erfahren durch Wahrnehmung und Bewegung zum Prinzip pädagogischer Arbeit wird.
Durch das ständige Angebot verschiedener Bewegungszonen werden die Kinder zu vielseitigen Bewegungsarten aufgefordert.
Gruppenraum und Turnraum sind als Bewegungszonen eingerichtet (Podest mit Trep-pe, Rutschbahn, Hängematte, Heidelberger-Treppe, Matten, Klettergerüst, Kletterwand, Polstern, versch. Turngeräte und - Materialien).
Alle Räume sind den Kindern jederzeit zugänglich.
Das Außengelände des Kindergartens setzt sich zusammen aus einem großen, halb-rund gepflasterten Bereich, der vielfältig genutzt werden kann, und einer großen Wiese mit Baumbestand, welche Platz für verschiedene Bewegungsmöglichkeiten bietet (Klet-ter- und Schaukelmöglichkeiten, Hängematten, Sandkasten ...). Das unmittelbar an-grenzende Burggelände - das wir jederzeit mit nutzen dürfen - lädt ein zu Spaziergän-gen, Walderkundungen, Fahrzeugnutzen verschiedenster Art, Lagerfeuer, Volleyball, Fußball ...
Einmal pro Woche findet ein Angebot mit psychomotorischen Übungen statt.
Die Psychomotorik geht vom engen Wechselspiel zwischen geistig-seelischen und kör-perlichen Prozessen aus und versucht, über das Medium Bewegung persönlichkeitsbil-dend zu wirken.
Hier fließen die Elemente Musik, Rhythmik und Tanz mit ein.
Die Kinder haben die Möglichkeit "
sich selbst und ihren Körper kennen zulernen "
eigene Stärken und Grenzen zu erfahren "
Stärken und Grenzen anderer zu erkennen und zu akzeptieren "
Materialerfahrung zu sammeln - direktes Erleben und Erforschen grundlegender physikalischer Gesetzmäßigkeiten "
Bewegungserfahrungen zu machen und darüber Bewegungskompetenz zu er-werben
Wir legen Wert darauf, dass die Kinder individuelle Lernfortschritte bei sich selbst er-kennen und anstreben, ohne sich dabei mit anderen messen zu müssen. Ein Kind soll sich nicht erst dann für wertvoll halten, wenn es schneller, geschickter als andere ist. Die Erzieher/innen schaffen Situationen, die Kinder ohne fremde Hilfe mit eigenen Mit-teln bewältigen können. Das Wichtigste ist die Freude an der Bewegung!
AV Bay.KiBiG 1. Abschnitt "Bildungs- und Erziehungsziele"

5.3 Gesundheitserziehung und Erziehung zur Selbständigkeit


Eine vollwertige Ernährung und gesunde Lebensweise sowie Kenntnisse der Hygiene werden vermittelt. Weiter sollen auch die Fähigkeit mit Werkzeugen richtig umzugehen und Unfallgefahren erkennen geschult werden.
Lernen in Alltagszusammenhängen
Das gemeinsame Kochen aller Kinder an einem Vormittag in der Woche ist fester Be-standteil des Kindergartenalltags. An einem zweiten Vormittag bereiten die Kinder zu-sammen ein "gesundes Frühstücksbuffet" zu, ansonsten ist gleitende Frühstückszeit.
Auch das Mithelfen der Kinder beim täglichen gemeinsamen Mittagessen bietet eine Vielfalt von feinmotorischen und sozialen Aspekten. Die Kinder lernen alle hauswirt-schaftliche Tätigkeiten wie Abspülen des eigenen Geschirrs, Ein- und Ausräumen der Spülmaschine, Tischdecken, Aufräumen und Saubermachen der kindgerechten Küche.
Eingeteilte Tischdeckdienste und Rituale (Händewaschen, gemeinsames Anfangen mit einem Lied, Spruch, Zähneputzen) helfen den Kindern, Strukturen zu erkennen und ein-zuhalten.
Das warme Mittagessen wird von der Burgküche zubereitet. Die Kinder lernen hierbei: Mittagsdienste, Weg in die Küche, Abholen des Mittagessens mit dem Bollerwagen, Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem Küchenpersonal, Verantwortung und Pünktlichkeit.
Bei Festen aller Art mit und ohne Eltern tragen die Kinder durch Mit- und Zusammenhel-fen zum Gelingen bei.

5.4 Wahrnehmungs- und Sinnesbildung


Um Erfahrungsprozesse zu ermöglichen, brauchen Kinder eine Umwelt, die ihrem Be-dürfnis nach Aktivität und selbständigem Handeln entgegenkommt. Sie brauchen vielfäl-tige Möglichkeiten für den Einsatz und die Erprobung ihrer Sinne.
Durch Ansprechen sämtlicher Sinne ist für jedes Kind ein Erleben, unabhängig von sei-nem Entwicklungsstand möglich.
Deswegen achten wir darauf, dass bei Projekten und Beschäftigungen stets alle Sinne angesprochen werden und so über vielfältige Erkenntnistätigkeiten (Sehen, Hören, Tas-ten, Riechen, Schmecken, Bewegung) verschiedene Eindrücke aufgenommen, gespei-chert und verarbeitet werden, auf die die Kinder in späteren Situationen zurückgreifen können.
Regale in Küche und Gruppenraum sind u. a. mit Montessori-Materialien ausgestattet. Diese entsprechen den Bedürfnissen der Kinder, die sie nach ihren "sensiblen Phasen" zu ihrer Entwicklung benötigen.
Diese "vorbereitete Umgebung" ist die Grundlage für die Freiheit der Kinder in der Wahl ihrer Tätigkeit, die sie zur Förderung der verschiedenen Entwicklungsbereiche brau-chen. Die Erzieher/innen unterstützen die Kinder im Sinne einer "Hilfe zur Selbsthilfe". So können sich die Kinder entsprechend ihrer Anlagen und Entwicklungsphasen entfal-ten.
Als Ausgleich zu unserem Gruppen- und Turnraum, in denen sich die Kinder viel bewe-gen, haben wir einen "Ruheraum" eingerichtet mit Sofa, Matratze, Kissen, Decken, Lich-terkette, der zum Ausruhen und Kuscheln einlädt. Hier befindet sich auch ein reichhalti-ges Angebot an Sach- und Bilderbüchern.
Von diesem Raum aus können die Kinder direkt in den Reitstall der Burg schauen und die dortigen Aktivitäten (Voltigieren ... ) beobachten.
Durch die Vielfältigkeit des Außenbereiches können die Kinder in der Natur all ihre Sin-ne schulen. Das benachbarte Wildgehege lädt ein zum genauen Beobachten, Hören, Riechen und Fühlen. Die Kinder lernen ihre Beobachtungen in Worte zu fassen.
Ein von den Kindern und Erzieherinnen angelegter Garten mit verschiedenen Blumen, einem Nutzgarten und einer Kräuterschnecke ermöglicht Naturbeobachtung mit Pflege, Pflanzen, Ernten und Verwendung zum Kochen.

5.5 Kreativität und Phantasie


Kreativität ist der Schlüssel zur Autonomie!
Aus diesem Grund haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Kreativität und Phantasie in einer Kreativecke im Gruppenraum auszuleben.
Hier befinden sich wertvolle (Wasserfarben, Stifte aller Arten, Knete) und wertfreie (Papprollen, Joghurtbecher, Kronkorken...) Materialien, mit denen die Kinder frei expe-rimentieren können. Durch den Umgang mit verschiedenen Werkstoffen und den Ein-satz verschiedener Techniken (z. B. Kleisterbilder, Malen mit Fingerfarben, schnei-den...) wird der Wahrnehmungsprozess gefördert, und sofern die Kinder in Kleingruppen agieren, das Sozialverhalten "geschult".
Bei gezielten Angeboten werden die individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten, sowie Interesse und Bedürfnisse der einzelnen Kinder berücksichtigt und das Angebot ent-sprechend geplant.
Ein besonders wichtiger Bestandteil ist die Eigeninitiative der Kinder. Die Umgebung ist entsprechend einladend und herausfordernd gestaltet; die Materialien für alle Kinder frei erreichbar. Sie sollen angeregt werden, auszuprobieren, eigene Ideen umzusetzen, zu helfen, anzufassen, genau hinzuschauen, wieder aufzuräumen.
Die Umgebung wird phantasievoll in den Kindergartenalltag mit einbezogen, hierbei können sehr gut Naturmaterialien verwendet werden.

5.6 Musikalische Früherziehung


Aufgrund der Zusatzausbildung als Musiktherapeutin bietet unser Fachdienst dem Kin-dergarten vielfältige Angebote und Anregungen der musikalischen Früherziehung.
Sie leitet einmal in der Woche den Morgenkreis.

5.7 Spracherziehung


Sehen und Hören, Fein- und Grobmotorik sind eng miteinander verbunden und weisen unmittelbare Beziehungen zur Sprachentwicklung auf. Wesentliche Vorraussetzungen für den Erwerb der Sprache sind Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen.
Wir binden die Förderung der Sprache in Spiel- und Bewegungssituationen mit ein.
Je intensiver die Kinder ihre Umwelt mit allen Sinnen entdecken können, um so besser können sie sie begrifflich einordnen und sprachlich über sie verfügen.
Gerade bei Kindern, die sich sprachlich nicht ausdrücken können, ergibt sich dadurch eine gute Kontaktmöglichkeit und erleichtert den Zugang zur Psyche.
Fördermöglichkeiten der Vorschulkinder für den Schriftspracherwerb:
Wir regen die Kinder zum Umgang der Schriftsprache an. Sie können zwanglos mit Buchstaben und Schrift z. B. auch am Computer experimentieren. Das Erlernen von Lesen und Schreiben soll für die Kinder interessant und lohnend sein.
In einer Vielzahl von Spielformen erfolgt eine spielerische Auseinandersetzung mit Sprache. Dabei wird Sprache rhythmisch oder klanglich variiert, sprachliche Einheiten ausgegliedert und vertauscht. (Spiele mit Reimen, Silben, Bilderbücher, Lieder, Finger-spiele, Ratespiele, Juxgeschichten, Gedichte, Sammeln von Gegenständen mit glei-chem Anlaut...). Wir wenden hier als Anregung das "Würzburger Sprachprogramm" an. Aber auch die Montessori-Pädagogik bietet zu diesem Thema vielseitige Materialien an.

5.8 Schulvorbereitung


Es ist eine Aufgabe unseres Kindergartens, den Kindern entsprechend ihrer Entwick-lung den Zugang zur Schule zu erleichtern. Dies bezieht sich auf alle Kinder. Die geziel-te Schulvorbereitung orientiert sich inhaltlich nach den situativen Gegebenheiten des Gruppenalltags.
Wir ziehen eine Sinnesschulung auf ganzheitlicher Basis dem Einsatz von Vorschul-mappen oder Arbeitsblättern vor.
Eine Montessori orientierte Grundhaltung der Erzieher/innen ist hier vorteilhaft. Wir be-trachten die pädagogische Zielsetzung unserer integrativen Gruppe insgesamt als eine sehr gute Vorbereitung auf Schule und Leben.
Das Würzburger Sprachprogramm und mathematische Bildung (Montessori Materialien, Zahlenland nach Prof. Gerhard Preiß, "Komm mit ins Zahlenland" nach Gerhard Fried-rich und Viola de Galgoczy) sind Bestandteile unserer Pädagogik.
Die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindergarten sehen wir als eine effek-tive Form der Schulvorbereitung.
Die Grundschule der Stadt Ebermannstadt führt ein Screening- Verfahren zum Würz-burger-Sprachprogramm im Kindergarten durch.
Es finden gemeinsame Projekte der Schule und den Kindergärten statt, z. B. im letzten KiGa- Jahr eine Feier in der Adventszeit, bei der alle Beteiligten einen Beitrag leisteten.
Die Vorschulkinder werden zum "Schnuppertag" in die Schule eingeladen.
Es finden Arbeitskreise zum Informationsaustausch zwischen Schule und Kindergarten statt.
Die Vorschulkinder besuchen die Vorschulkinder vom letzten Jahr in der ersten Klasse.

5.9 Berücksichtigung der Kinder unter 3 Jahren


Die kleine Gruppe und der höhere Personalstand kommt dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen der Kinder unter 3 Jahren entgegen. Die Kinder mit besonderem För-derbedarf sind häufig entwicklungsverzögert. Daher sind in unserem Kindergarten An-gebote und Spielmaterial auch für kleinere Kinder vorhanden.
Sauberkeitserziehung ist ein Teil unserer integrativen Pädagogik.

6. Inhalte und Methoden


Die Grundlage pädagogischen Handelns ist genaues Beobachten und Wahrnehmen des einzelnen Kindes sowie der Gruppe, um dort ansetzen zu können, wo die Fähigkei-ten und Bedürfnisse liegen.
Das Kindergartenjahr steht unter einem Jahresthema, das als Orientierungshilfe und Auslöser für Prozesse dient.
Zu diesem Thema begleiten uns verschiedene Projekte, die wir gemeinsam mit den Kindern erarbeiten und durchführen.
Die Inhalte richten sich sowohl nach dem Jahresverlauf mit seinen Höhepunkten, be-rücksichtigen aber auch die Lebenssituationen und Bedürfnisse der Kinder ("situations-orientierter Ansatz").
Die von den Kindern gewählten Freispielaktivitäten sind der Kern aktiver Spielprozesse.
Im Spiel besteht die Möglichkeit, die individuellen Unterschiede der Kinder miteinander zu verknüpfen und etwas Gemeinsames zu gestalten. Kinder gehen produktiv und krea-tiv mit Unterschieden um.
Unsere Räumlichkeiten sind für alle Kinder frei wählbar und für ihre Bedürfnisse als "Ak-tionsräume" zu nutzen.
Um die einzelnen Bildungs- und Erziehungsbereiche in Bezug zum bayerischen Bil-dungs- und Erziehungsplan zu verdeutlichen, wird nachfolgend eine Projektarbeit aus dem Kindergartenjahr 2005/2006 beschrieben.

7. Bildungsbereiche nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan


Die Kindertagesstätte des Elementarbereichs werden heute als unentbehrlicher Teil des öffentlichen Bildungswesen verstanden. Unter Berücksichtigung entwicklungspsycholo-gischer Erkenntnisse sind sie mit ihrem ganzheitlichen Förderauftrag, ihrer lebensorien-tierten Arbeit und ihren guten Beteiligungsmöglichkeiten geeignete Orte für frühkindliche Bildungsprozesse.
Folgende Bildungsbereiche verstehen sich als Aufforderung, die Bildungsmöglichkeiten des Kindes in diesen Bereichen zu beachten und zu fördern.

7.1. Sprache, Schrift, Kommunikation


Sprachbildung hat zum Ziel, das das Kind sein Denken sinnvoll und differenziert aus-drückt. Sprachförderung ist eingebettet in persönliche Beziehungen und Kommunikation und in Handlungen, die für Kinder einen Sinn ergeben. Zentraler Bestandteil sprachli-cher Bildung sind kindliche Erfahrungen rund um Buch-, Erzähl- und Schriftkultur (Lite-racy)

7.2. Personale und soziale Entwicklung, Werteerziehung/ Religiöse Bildung


Zur Förderung der personalen Entwicklung des Kindes gehört die Stärkung seiner Per-sönlichkeit ebenso wie die Förderung von Kognition und Motivation wie von körperlicher Entwicklung und Gesundheit. Um ein verantwortliches Mitglied der Gesellschaft zu wer-den, benötigt das Kind soziale Kompetenzen und orientiertes Wissen. Zur Werteerzie-hung gehören die Auseinandersetzung und Identifikation mit Werten und Normen sowie die Thematisierung religiöser Fragen.

7.3. Mathematik, Naturwissenschaft, (Informations-) Technik


Kinder in diesem Alter haben ein großes Interesse an naturwissenschaftlichen darstell-baren Erscheinungen der belebten und unbelebten Natur und am Experimentieren und Beobachten. Deshalb sollen die kindliche Neugier und der natürliche Entdeckungsdrang der Kinder dazu genutzt werden, den entwicklungsgemäßen Umgang mit Zahlen, Men-gen und geometrischen Formen, mathematische Vorlauferkenntnisse und - fähigkeiten zu erwerben. Eng damit zusammen hängt auch die Vermittlung von Kenntnissen über die Verwendungs- und Funktionsweisen von technischen und informationstechnischen Geräten, die den Alltag der Kinder prägen und von Fertigkeiten des praktischen Um-gangs damit.

7.4. Musische Bildung/ Umgang mit Medien


Musische Bildung im Sinne von ästhetischer Bildung, musikalische Früherziehung und künstlerischem Gestalten spricht die Sinne und Emotionen an, fördert Phantasie und Kreativität so wie die personale, soziale, motorische und kognitive Entwicklung. Die kul-turelle Einbettung des Kindes kann dadurch gestärkt und die Aufgeschlossenheit für interkulturelle Begegnungen und Verständigung unterstützt werden. Was den Umgang mit Medien angeht, gehört zur Medienkompetenz als dem obersten Ziel von Medienbil-dung auch die Fähigkeit, Medienzweckbestimmt und kreativ zu nutzen und damit eigene Werke zu erstellen.

7.5. Körper, Bewegung, Gesundheit


Das Kind lernt Verantwortung für sein körperliches Wohlbefinden und seine Gesundheit zu übernehmen. Die Bewegung spielt dabei eine herausragende Rolle, darüber hinaus ist sie aber auch wichtig für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung des Kin-des. Gesundheitliche Bildung ist im Alltag ein durchgängiges Prinzip, der Zusammenar-beit mit den Eltern und anderen Kooperationspartner kommt dabei große Bedeutung zu.

7.6. Natur und kulturelle Umwelten


Entwicklungsangemessene Umweltbildung berührt viele Lebensbereiche von der Natur-begegnung über Gesundheit und Werthaltungen bis hin zum Freizeit- und Konsumver-halten. Zentrale Aspekte dabei sind der Einsatz für eine gesunde Umwelt - vorrangig in der Lebenswelt der Kinder- , die Behebung bereits entstandener Schäden und die Wechselwirkungen zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialem im Sinne der Bildung für ein nachhaltige Entwicklung. Den Kindern ist die Begegnung mit der Natur und den verschiedenen kulturellen Umwelten zu ermöglichen und es sind ihnen darin vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.
AV Bay.KiBiG § 4-14
Entnommen aus BEP Kap.7 "Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche"

8. Jahresprojekt

8.1 Thema des Projektes


"Das Leben in einem afrikanischen Dorf" als Teil des Jahresthemas: "Reise durch Afri-ka"

8.2 Hauptziel des Projektes


Kennen lernen, Vertiefen und Nachspielen (Rollenspiel) des Lebens einer Großfamilie in einem afrikanischen Dorf

8.3 Durchführung des Projekts

8.3.1 Beteiligung von Kindern


Dem Jahresthema entsprechend erfolgten im Vorfeld viele Gespräche mit verschie-densten Anschauungsmaterialien.
Die Kinder waren sowohl an der Auswahl des Themas, als auch an sämtlichen Vorbe-reitungen und der Durchführung beteiligt.
Die Vorbereitungen fanden zumeist in Kleingruppen statt, beim eigentlichen Rollenspiel war immer die gesamte Gruppe mit zugeteilten Rollen beteiligt, die sich die Kinder selbst ausgesucht hatten. Es gab aber auch die Möglichkeit, zu tauschen und an einem anderen Tag eine andere Rolle zu übernehmen.

8.3.2 Kinder mit besonderen Bedürfnissen/Risiken (Entwicklungsverzögerung / Hochbegabung)


Alle Kinder waren bei dem Rollenspiel dabei. Jeder suchte sich seine Rolle entspre-chend seiner Fähigkeiten und seinem Entwicklungsstand. Die Vielfalt der Rollen mit den verschiedenen Aufgaben z. B. Tiere oder Familienmitglieder ermöglichten dies. Alle konnten somit aktiv werden (Kinder mit Sprachbehinderungen, Körperbehinderungen, Sehbehinderungen). Es fand keine Überforderung statt, es traten keine Misserfolge und Schwächen auf, Stärken traten hervor. Die Kinder wurden zum Bewältigen von Schwie-rigkeiten ermutigt, Hilfe wurde nur gewährt, wenn es gewünscht wurde.

8.3.3 Begleitung von Übergängen (Familie - KiGa - Grundschule)


" Fortlaufende Thematik durch das ganze Kindergartenjahr
" Familien der Kinder wurden in das Projekt einbezogen (Elternabend-> Eltern ü-bernehmen die Rollen der Kinder)
" Die 11-Jahres Feier fand unter dem Motto: "Reise durch Afrika" statt

8.4 Themenbezogene Schwerpunkte des Projekts

8.4.1 Ethische und religiöse Aspekte


" Offenheit und Verständnis anderer Kulturen
" Verschiedene Wohlstands- und Lebensbedingungen in anderen Ländern kennen lernen
" Unterschiede nicht als bedrohlich, sondern als wertvoll anzunehmen (Wertschät-zung)
" Wichtigkeit der Großfamilien herausstellen (Rituale, Ausdrucksweise, Traditio-nen)

8.4.2 Sprachliche Aspekte


" Neue Begrifflichkeiten kennen lernen z. B. Sahara, besondere Tiernamen, Kara-wane, Pflanzennamen (Orchideen)
" Kennen lernen der afrikanischen Sprache z. B. Jambo, Hakuna Matata
" Lautmalereien und Singen als Kommunikationsmittel
- Lieder zu verschiedenen Anlässen
- Jedes Kind spricht gemäß seiner Rolle im afrikanischen Dorf
- Kreative Lust auf die Sprache
- Vorsingen bzw. Vortragen alleine vor der Gruppe -> Gruppe antwortet
- Reime in verschiedenen Variationen
" Tanz und Körpersprache als Ausdrucksmittel (nonverbale Kommunikation)
" Laute und genaue Imitation von Tierlauten

8.4.3 Mathematische Aspekte


" Mengenvergleiche: Großfamilie - Kleinfamilie, großes Land - kleines Land, arm - reich, viel - wenig
" Zählen der Familienmitglieder
" Kennen lernen verschiedener geometrischer Muster (Kleidung)
" Verschiedene Messvorgänge (Abmessen bei der Zaunherstellung -> Längen, Höhe, Abstände)
" Abmessen von Wassermengen (eine Brunnenfüllung muss für den ganzen Tag reichen)
" Abmessen beim Kochen und Backen
" Symmetriekenntnis beim Bauen vom Zaun
" Afrikanische Spiele wie Bao-Bao, Ubongo (Zählen mit Steinchen … )

8.4.4 Naturwissenschaftliche/technische Aspekte


" Gespräche über Wasserleitung, Strom, Autos, Telefon
" Gestalten der Erdoberfläche (Elemente)

8.4.5 Umwelt- und Naturaspekte


" Wasser als lebensnotwendiges Element für Menschen, Tiere und Pflanzen (Ex-periment Brunnen)
Wasserverschmutzung,
" Klima
" Jahreszeiten
" Anpassung der Pflanzen und Tiere an ihre Lebensräume
" Lebensbedingungen der Dorfbewohner in den verschiedenen Gegenden (Dschungel, Wüste, Steppe)
" Abholzung
" Achtung wertvoller Güter
- Ideenreiche Verwertung vorhandener Ressourcen
- Hausbau aus Naturmaterialien
- Spielsachen aus "wertlosen" Materialien (Verpackungen,...) oder Naturma-
terialien, Kim-Spiele aus "wertlosen" oder Naturmaterialien

8.4.6 Medien und Informationstechnische Aspekte


Bilder, Fotos, Sach- und Bilderbücher, Dias, Musikinstrumente, Stoffe, Puppen
(siehe Dritte-Welt-Laden-Kiste)

8.4.7 Ästhetische und bildnerische Aspekt

" Gestalten eines afrikanischen Dorfes
- Hütten aus Papier basteln ( Modell )
- Brunnen und Geschirr aus Ton herstellen
- Gartenzaun aus Stöckchen bauen
- Flechten einer Hütte im Garten aus Weidenästen
" Verkleiden, Schminken
- Frisieren z. B. Zöpfe flechten
- Batiken von T-Shirts (Wickeltechnik mit Schüren)
" Gestalten afrikanischer Trommeln

8.4.8 Musische Aspekte


" Singen afrikanischer Lieder
- Kanon als Liedform kennen lernen
- Vor- und Nachsingen
- Sprechgesänge
" Rhythmische Musik
" original Trommelmusik von CD hören, Trommelmusik einstudieren
" Afrikanische Tänze zu verschiedenen Anlässen

8.4.9 Bewegung und Sport


" Bewegungsgeschichten und Bewegungslieder (z. B. Löwenjagd)
" Tänze (Tanz durch die Straße, Feuertanz)
" Psychomotorische Übungen (Bewegungslandschaft Dschungel)
" Bewegungskoordinationsspiele (Anlehnung an "Feuer, Wasser, Luft" Wüste, Dschungel, Steppe)
" Bodypercussion,
" Nachahmen von Tierbewegungen
" Übungen zum Kreuzen der Körpermitte ( Kinesiologie )

8.4.10 Gesundheitliche Aspekte


" Ernährung
- Kennen lernen der Grundnahrungsmittel (Mais, Erdnuss, Maniok)
- afrikanisch Kochen
" Gesundheit
- Krankheiten durch einseitige Ernährung und Wasserverschmutzung
- Fehlende Körperhygiene wegen erschwerten Bedingungen (Wasser)
- Mangelhafte ärztliche Versorgung

8.5 Themenübergreifende Perspektiven, die im Projekt berücksichtigt werden

8.5.1 Interkulturelle Aspekte


Kennen lernen einer bestimmten Familienstruktur in einem Dorf in Afrika und das Her-ausstellen der Unterschiede zu unserer Familie.
Herausarbeiten folgender Themen:
- Welche Familienmitglieder gehören zur Großfamilie?
- Wer verrichtet welche Arbeiten?
- Spezielle Aufgaben der Kinder

8.5.2 Geschlechtssensible Aspekte


" Herausstellen der Rolle der Frau
- hauswirtschaftliche Aufgaben
- Kindererziehung
- Kümmern um ältere Generation
" Herausstellen der Rolle des Mannes
- Feldarbeit, Jagd, ...
- Handel, Geschäfte
" Äußerliche Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen
z. B. bestimmte Frisuren bei den Himbas;
Jungen -> Irokesenfrisur
Mädchen -> zwei Zöpfe nach vorne gepflochten

8.6 Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb des Projektes

8.6.1 Einbezug der Eltern


" Elternabend
- Liedeinführung "Hakuna Matata" (mit den Trommeln der Kinder begleitet)
- Rollenspiel: afrikanisches Dorfleben in der selbstgebauten Hütte im Gar-
ten
" Afrika-Liederordner für jede Familie
" 11-Jahres Feier: Der Kindergarten als Karawanserei
" ständige Dokumentation des Jahresthemas zur Information

8.6.2 Kooperation mit anderen Stellen/Fachdiensten


" Unsere Musiktherapeutin übernimmt als Fachdienst die musikalische Choreo-graphie für unser Fest
" Besuch vom Onkel eines Kindergartenkindes, der einen Dia-Vortrag über Afrika hält, da er dort längere Zeit wohnte und arbeitete
" Besuch des Musicals "Freundschaft in der Savanne" der Musikschule Eber-mannstadt unter teilweiser Beteiligung von Kindergartenkindern und Ehemaligen

8.7 Dokumentation und Reflektion des Projekts

8.7.1 Dokumentation


" Erstellen von Plakaten ( Projektdarstellung mit Photos ). Sie hingen im Kindergar-ten aus und wurden ständig aktualisiert.
" Hinweise zum Projekt in einem Elternbrief und am Elternabend.

8.7.2 Reflektion


Als Abschluss veranstalteten die Erzieherinnen ein Quiz für die Kinder.
Die Kinder wurden in Gruppen eingeteilt und erhielten verschiedene Fragen und Aufga-ben zum Thema, die sie gemeinsam bearbeiteten ( Vertiefung ihres Wissens ).

9. Fachdienst


Neben dem Besuch einer Integrationsgruppe ist für behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder eine gezielte Förderung in Teilbereichen durch therapeutische Fach-dienste notwendig.
Eine niedergelassene Therapeutin übernimmt als Fachdienst die Betreuung der Kinder auf den heilpädagogischen Plätzen. Sie besucht unsere Einrichtung einen Tag in der Woche. Das kommt der ganzen Kindergartengruppe zugute.
Der Fachdienst der Blindenschule Nürnberg besucht zusätzlich eine Stunde wöchentlich ein Kind unserer Gruppe mit starker Sehbehinderung.
Eine Montessori-Therapeutin übernimmt zusätzlich als Fachdienst die Betreuung eines körperbehinderten Kindes in unserer Einrichtung.
Neben der speziellen Förderung bei den Kindern wird auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Kindergartenpersonal sowie der Lebensraum Kindergarten mit einbezo-gen.
Ebenso hält der Kindergarten Kontakt mit Therapeuten, die Kinder außerhalb der Ein-richtung betreuen (Logopädie, Ergotherapie, Krankengymnastik...).
Sowohl Pädagogen als auch Therapeuten gehen im integrativen Bereich auf aktuelle Bedürfnisse und Möglichkeiten der behinderten und nicht behinderten Kinder ein, damit ein ergänzendes Miteinander erreicht werden kann.
(Artikel 11 BayKiBiG)
AV Bay. KiBiG §16

10. Elternarbeit


Das Selbstverständnis von Elternarbeit in unserer Einrichtung ist partnerschaftlich und kooperativ. Gegenseitigkeit bestimmt die Arbeit, sowie aufeinander Zugehen und von-einander Lernen.
Das Prinzip dabei ist Offenheit und Respekt.
Vielen Eltern behinderter Kinder fällt es schwer, ihre Belastung auch ein Stück nach au-ßen abzugeben. Die integrative Gruppe bietet eine Chance, aus dieser Isolation he-rauszufinden. Unsere Elternarbeit beinhaltet verschiedene Formen regelmäßiger Kon-takte, Beratungsgespräche, pädagogische Elternabende und gemeinsame Aktivitäten.
Unternehmungen und Feste stärken das Miteinander von Kindern, Eltern und Erzie-her/innen. Es erweist sich als sinnvoll, die Eltern bereits in die Planung mit einzubezie-hen und Bedürfnisse, Vorschläge und Wünsche zu berücksichtigen.
Es finden regelmäßig Elternabende statt, bei denen die Eltern informiert werden, aber
auch am Kindergartengeschehen teilnehmen (z. B. Psychomotorik-Stunden, ge-meinsames Basteln, Vorträge, Planung von Festen, Projektbesprechungen, Informati-onsabende über BayKiBig und neue Förderrichtlinien….) Auch beteiligen sich die Eltern aktiv an unseren Projekten, indem sie uns Anschauungsmaterial und Informationen zum Thema liefern.
Bei der wöchentlichen Planung des Frühstücksbuffets sind Kooperation und Austausch mit dem Kindergartenpersonal wichtig.
Die Eltern werden in die Aktualisierung und die Fortschreibung der Konzeption (Arbeits-kreis) mit einbezogen. Es findet jährlich mindestens eine Elternbefragung statt.

11. Beobachtung und Dokumentation


Freie bzw. strukturierte Beobachtungen werden regelmäßig durchgeführt und im Team besprochen ( Bilder, Bastelarbeiten … werden hinzugezogen). Hierbei wird auch das pädagogische Handeln des Personals überprüft und besprochen.
Das Team des Kindergartens erstellt zusammen mit den Fachdiensten Entwicklungsbe-richte für die Kinder.
Hierbei werden alle Bereiche wie Grobmotorik, Feinmotorik, Sprachverhalten, Spiel- und Sozialverhalten, Wahrnehmung, kognitiver Bereich und Selbständigkeit beobachtet und dokumentiert.
So entsteht ein Überblick über die Entwicklungsschritte der Kinder.
Die Ergebnisse werden mit den Eltern besprochen. Bei eventuellen Auffälligkeiten kann rechtzeitig reagiert bzw. an Therapeuten verwiesen werden.
BEP Absatz 8.4
Die Beobachtung der Kinder wird mit den Kompik- und Seldak-Beobachtungsbögen durchgeführt.

12. Qualitätssicherung


- Erstellung der Konzeption
- Reflexion im Team
- Überprüfung von Leitungs- und Führungsstil
- Veränderungsbereitschaft
- Zielvereinbarungen
- Aufgabenverteilung
- Kontrolle
- Protokollierung
- Auswertung BEP Absatz 8.4.2.
- Es findet eine jährliche Befragung der Eltern z. Qualitätssicherung statt.

13. Öffentlichkeitsarbeit


Gemeinsames Leben und Lernen von Nichtbehinderten und Behinderten bedeutet für uns Normalität. Um diesen Gedanken in die Gesellschaft tragen zu können, ist es uner-lässlich, Informationen über das Thema und die Auseinandersetzung damit anzuregen.
Aspekte unserer Öffentlichkeitsarbeit sind:
" Feste und Feiern
" Tage der offenen Tür
" Kontakte und Vernetzung zu anderen Institutionen (Schulen, Frühförderstellen, Jugendamt, Stadt )
" Darstellung des Kindergartens durch Faltblätter und im Internet
" Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen
" Gemeinsame Aktionen mit dem Jugendhaus der Burg Feuerstein
" Präsentation des Kindergartens bei Basaren, Flohmärkten
" Berichte in der Zeitung über Inhalte und Projekte
(Artikel 15 Bay. KiBiG)